﻿{"id":187,"date":"2020-07-31T11:52:24","date_gmt":"2020-07-31T09:52:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hannover-solidarisch.de\/?p=187"},"modified":"2020-08-15T21:52:41","modified_gmt":"2020-08-15T19:52:41","slug":"polizeigewalt-gegen-gefluechtete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hannover-solidarisch.de\/index.php\/2020\/07\/31\/polizeigewalt-gegen-gefluechtete\/","title":{"rendered":"Polizeigewalt gegen Gefl\u00fcchtete"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Unges\u00fchnte T\u00f6tungen und Verletzungen im beh\u00f6rdlichen Dunkelfeld<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Dokumentation der vergangenen 27 Jahre zeigt, dass mindestens 1298 gefl\u00fcchtete Menschen durch Gewaltanwendungen von Polizist:innen und Bewachungspersonal verletzt wurden \u2013 f\u00fcr 28 Menschen endete diese Gewalt t\u00f6dlich. 24 T\u00f6tungen (86 %) und 1050 (81 %) zum Teil schwerste Verletzungen entfallen auf die direkte Einwirkung von Angeh\u00f6rigen der Polizei.<\/p>\n\n\n\n<p>Grundlegende Ursache f\u00fcr Gewalt von Polizeibeamt:innen gegen People of Color ist der strukturelle und gesellschaftliche Rassismus in Deutschland. Gefl\u00fcchtete sind polizeilichen Aktionen durch ihre weitgehende Entrechtung in besonderem Ma\u00dfe ausgesetzt. Seien es sprachliche Barrieren, seien es Orte der Isolation \u2013 Haftzellen, Fl\u00fcchtlingslager oder Abschiebeflugzeuge \u2013 in denen Gewalt ausge\u00fcbt wird. Die Betroffenen sind in diesen Situationen meist mehreren bewaffneten Uniformierten hilflos ausgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>T\u00f6tungen oder schwere Verletzungen durch polizeiliche Ma\u00dfnahmen werden grunds\u00e4tzlich mit &#8222;Notwehr&#8220; gerechtfertigt. Ermittlungen gegen Polizist:innen werden demzufolge schnell eingestellt. Nur sehr selten kommt es zu Gerichtsverhandlungen, Aussagen der dem Corpsgeist verpflichteten Zeug:innen erscheinen dort jedoch oft abgesprochen. Am Ende stehen Freispruch oder lapidare, die berufliche Laufbahn nicht beeintr\u00e4chtigende, Strafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der in der Regel von Anfang an ge\u00e4u\u00dferten &#8222;Notwehr&#8220;-These erfolgt die Kriminalisierung der Betroffenen und entsprechend dieser Schuldumkehr werden sie, wenn sie \u00fcberleben, angezeigt und wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und\/oder K\u00f6rperverletzung vor Gericht gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur selten gelingt es, Licht in dieses beh\u00f6rdliche Dunkelfeld zu bringen. Bei Oury Jalloh, der 2005 in der Dessauer Polizeizelle verbrannte, konnte die anf\u00e4ngliche offizielle These &#8222;Suizid&#8220; nur durch jahrelanges und gr\u00f6\u00dftes Engagement der &#8222;Initiative in Gedenken an Oury Jalloh&#8220; widerlegt und als &#8222;Mord&#8220; bewiesen werden. Andere Todesf\u00e4lle \u2013 wie die polizeiliche Erschie\u00dfung von Hussam Fadl Hussein im September 2016 in Berlin, die Verbrennung des angeblich irrt\u00fcmlich in Haft sitzenden Amad Ahmad in Kleve im September 2018 als auch der angebliche Suizid von Rooble Warsame in einer Polizeizelle in Schweinfurt im Februar 2019&nbsp; \u2013 lassen in ihrer Widerspr\u00fcchlichkeit deutliche Zweifel an den offiziellen Bekanntgebungen aufkommen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Siehe hierzu den ANHANG mit EINZELGESCHEHNISSEN, in denen Gewalttaten durch Angeh\u00f6rige der Polizei dokumentiert sind.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>GESAMTTEXT&nbsp; ==&gt;&gt; &nbsp; <a href=\"https:\/\/www.ari-dok.org\/uploads\/mini_cms\/publications\/GESAMT-DOKU_27a_Auflage.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.ari-dok.org\/uploads\/mini_cms\/publications\/GESAMT-DOKU_27a_Auflage.pdf<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Dokumentation umfa\u00dft den Zeitraum vom 1.1.1993 bis 31.12.2019:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>309&nbsp;<\/td><td>Fl\u00fcchtlinge t\u00f6teten sich angesichts ihrer drohenden Abschiebung oder starben bei dem Versuch, vor der Abschiebung zu fliehen,<br>davon 85 Menschen in Abschiebehaft.<\/td><\/tr><tr><td>3375&nbsp;<\/td><td>Fl\u00fcchtlinge verletzten sich aus Angst vor der Abschiebung oder aus Protest gegen die drohende Abschiebung (Risiko-Hunger- und Durststreiks)<br>oder versuchten, sich umzubringen, davon befanden sich 868 Menschen in Abschiebehaft.<\/td><\/tr><tr><td>5&nbsp;<\/td><td>Fl\u00fcchtlinge starben w\u00e4hrend der Abschiebung.<\/td><\/tr><tr><td>586&nbsp;<\/td><td>Fl\u00fcchtlinge wurden durch Zwangsma\u00dfnahmen oder Mi\u00dfhandlungen w\u00e4hrend der Abschiebung verletzt.<\/td><\/tr><tr><td>39&nbsp;<\/td><td>Fl\u00fcchtlinge kamen nach der Abschiebung in ihrem Herkunftsland zu Tode.<\/td><\/tr><tr><td>623&nbsp;<\/td><td>Fl\u00fcchtlinge wurden im Herkunftsland von Polizei oder Milit\u00e4r mi\u00dfhandelt und gefoltert, kamen aufgrund ihrer bestehenden schweren Erkrankungen<br>in Lebensgefahr oder erkrankten schwer.<\/td><\/tr><tr><td>79&nbsp;<\/td><td>Fl\u00fcchtlinge verschwanden nach der Abschiebung spurlos.<\/td><\/tr><tr><td>234&nbsp;<\/td><td>Fl\u00fcchtlinge starben auf dem Wege in die Bundesrepublik Deutschland oder an den Grenzen, davon allein 131 an den deutschen Ost-Grenzen,<br>3 Personen trieben in der Nei\u00dfe ab und sind seither vermi\u00dft.<\/td><\/tr><tr><td>793&nbsp;<\/td><td>Fl\u00fcchtlinge erlitten beim Grenz\u00fcbertritt Verletzungen, davon 353 an den deutschen Ost-Grenzen.<\/td><\/tr><tr><td>28&nbsp;<\/td><td>Fl\u00fcchtlinge starben durch direkte Gewalteinwirkung von Polizei oder Bewachungspersonal entweder in Haft, in Gewahrsam, bei Festnahmen,<br>bei Abschiebungen, auf der Stra\u00dfe, in Beh\u00f6rden oder in Heimen, mindestens 1298 wurden verletzt.<\/td><\/tr><tr><td>26&nbsp;<\/td><td>Todesf\u00e4lle gab es durch unterlassene Hilfeleistung.<\/td><\/tr><tr><td>86&nbsp;<\/td><td>Fl\u00fcchtlinge starben bei Br\u00e4nden, Anschl\u00e4gen auf Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte und Wohnungen oder durch sonstige Gefahren und<br>1765 Fl\u00fcchtlinge wurden dabei z.T. erheblich verletzt.<\/td><\/tr><tr><td>27&nbsp;<\/td><td>Fl\u00fcchtlinge starben durch rassistische oder politische Angriffe im \u00f6ffentlichen Raum und mindestens 3344 Fl\u00fcchtlinge wurden k\u00f6rperlich angegriffen.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Durch staatliche Ma\u00dfnahmen der BRD kamen seit 1993 mindestens 641 Fl\u00fcchtlinge ums Leben \u2013<br>durch rassistische Angriffe und die Unterbringung in Lagern (u.a. Anschl\u00e4ge, Br\u00e4nde) starben 113 Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Dokumentation umfa\u00dft vier Hefte (DIN A4). Sie kosten zusammen 35 \u20ac plus 5,00 \u20ac&nbsp; Porto &amp; Verpackung.<br>HEFT&nbsp; I&nbsp; (1993 \u2013 2004) 356 S. \u2013 HEFT&nbsp; II&nbsp; (2005 \u2013 2013) 336 S. HEFT&nbsp; III&nbsp; (2014 \u2013 2016) 278 S. \u2013 HEFT&nbsp; IV&nbsp; (2017 \u2013 2019) 262 S<br>Preise der einzelnen Hefte ==&gt;&gt; &nbsp; siehe <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.ari-dok.org\" target=\"_blank\">www.ari-dok.org<\/a><br>Datenbank + Suchmaschine ==&gt;&gt;&nbsp; <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.ari-dok.org\" target=\"_blank\">www.ari-dok.org<\/a> (vorl\u00e4ufig noch die 26. Auflage ==&gt;&gt; &nbsp; ab August die 27. Auflage \u2013 bis dahin nur im pdf-Format)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unges\u00fchnte T\u00f6tungen und Verletzungen im beh\u00f6rdlichen Dunkelfeld Die Dokumentation der vergangenen 27 Jahre zeigt, dass mindestens 1298 gefl\u00fcchtete Menschen durch Gewaltanwendungen von Polizist:innen und Bewachungspersonal verletzt wurden \u2013 f\u00fcr 28 Menschen endete diese Gewalt t\u00f6dlich. 24 T\u00f6tungen (86 %) und 1050 (81 %) zum Teil schwerste Verletzungen entfallen auf die direkte Einwirkung von Angeh\u00f6rigen der &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.hannover-solidarisch.de\/index.php\/2020\/07\/31\/polizeigewalt-gegen-gefluechtete\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201ePolizeigewalt gegen Gefl\u00fcchtete\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[27,13],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hannover-solidarisch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/187"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hannover-solidarisch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hannover-solidarisch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hannover-solidarisch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hannover-solidarisch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=187"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.hannover-solidarisch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/187\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":192,"href":"https:\/\/www.hannover-solidarisch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/187\/revisions\/192"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hannover-solidarisch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=187"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hannover-solidarisch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=187"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hannover-solidarisch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=187"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}